Lasst mich mit euren “starken” Frauen in Ruhe

21. Februar 2019Katriona

Die “starke” Frauenfigur ist mittlerweile ein richtiges Buzzword geworden. Sie taucht ĂŒberall und stĂ€ndig auf, wenn Menschen ihre LieblingsbĂŒcher weiterempfehlen. “XY ist eine starke Frau, das macht das Buch so besonders!” Entwickelt hat sie sich wohl, weil uns allen die typische Frauenfigur in der Romantasy der frĂŒhen 2000er auf den Geist gegangen ist. Ihr wisst schon, die Frau, die von ihrem Love Interest schlecht behandelt wird, nichts allein auf die Reihe bekommt und immer nur gerettet werden muss. Wir wollten “starke” Frauen damals. Frauenfiguren, die sich selbst retten können, die eigenstĂ€ndig sind und sich nichts gefallen lassen. Aber: Careful what you wish for. Denn am Ende ist die “starke Frau”, die wir bekommen haben, auch nicht feministischer, als die Jungfrau in Nöten. Ganz im Gegenteil.

“STARK”: VON GENDER ROLES, TROPES & IDEALBILDERN

Was macht die “starke” Frau aus? Sie kann draufhauen. Oft geht es darum. Sie scheut sich nicht Gewalt anzuwenden, setzt ihren Willen durch und hat immer einen coolen Spruch auf den Lippen. Sie ist ein Archetyp, genauso wie die Jungfrau in Nöten einer ist: Dieselben drei Charaktereigenschaften, immer und immer wieder recyclet und als feministisch verkauft, aber am Ende eben doch ein Archetyp und am Ende auch wieder nur ein Idealbild, denn die “starke” Frau ist natĂŒrlich immer konventionell attraktiv und sie passt in alle Rollenbilder, auch, wenn sie so tut, als wĂ€re es nicht so. Nehmt Sarah J. Maas’ Celaena Sardothien aus “Throne of Glass”. Sie ist die harte, “starke” Auftragsmörderin, aber natĂŒrlich ist sie trotzdem hĂŒbsch, wird beim Anblick schöner MĂ€nner sofort schwach und ist romantisch und, besonders in spĂ€teren BĂ€nden, auch sexuell meist verfĂŒgbar.

Die “starke” Frau ist einmal mehr nichts weiter als die romantisierte Idee eines Ideals. Sie ist leer. Sie ist im Young-Adult-Bereich selten eine Figur, in der sich junge Leser.innen wiederfinden können und in Romanen fĂŒr Erwachsene ist sie meistens, wie soll ich es anders sagen, nicht viel mehr als ProjektionsflĂ€che: Sie ist natĂŒrlich schön, sie ist oft das Love Interest und sie kann mit einem Schwert umgehen und gibt auch mal Widerworte – Am Ende ist sie aber trotzdem die Jungfrau in Nöten, die zerschmilzt, sobald ihr Love Interest ihr einen Blick schenkt, die alles fĂŒr ihn fallen lĂ€sst und die sich dann doch als “ganz Frau” herausstellt, wenn die typischen Tropes dazukommen, zum Beispiel die alte “Ich bin wie ich bin, weil ich keine Kinder bekommen kann”-Masche, mit der wir zum Beispiel im Fall von Marvels Natasha Romanoff beglĂŒckt wurden.

Denn, man merke sich: Cis mĂ€nnliche Helden sind cool, hart und badass auf die Welt gekommen. “Starke” Frauen bekommen meistens einen Grund mit, besonders hĂ€sslich wird es, wenn es sexuelle Gewalt ist, die dann durch hartes Auftreten verarbeitet wird. Denn wo kĂ€men wir hin, wenn Frauen einfach so von Genderrollen abweichen wĂŒrden? Und wo kĂ€men wir hin, wenn sie tatsĂ€chlich Geschlechterrollen ablehnen wĂŒrden, anstatt nur ein weiterer Archetyp zu sein, der weiblich konnotierte Ideale wie Schönheit und einen romantischen Charakter mit ein bisschen Rebellion Marke “Guck mal, ich hab ein Schwert!” vereinen. Die Sache ist: Eure “starken” Frauenfiguren können vielleicht ein Schwert halten und beim ArmdrĂŒcken gewinnen, aber sie sind genauso wenig feministisch, wie die Jungfrau in Nöten, die immer wieder als unfeministisch verschrien wird. Denn eines sind sie allesamt nicht: Komplexe Figuren.

FRAUEN (UND ALLE ANDEREN) DÜRFEN SCHWACH SEIN

Was wir brauchen, sind komplexe Frauenfiguren. Frauen und MĂ€dchen, die kompliziert sind und echt, mit guten und schlechten Seiten. Frauen und MĂ€dchen, die stark sein können, aber auch schwach sein dĂŒrfen. Denn “stark” ist nicht dasselbe wie “komplex”. Die meisten “starken” Frauenfiguren erinnern, besonders in der Young Adult, oft eher an Karikaturen dessen, was Leute fĂŒr “stark” halten. Oft werden ihnen einfach als typisch mĂ€nnlich betrachtete Eigenschaften ĂŒbergestĂŒlpt, oft lehnen sie weiblich konnotierte Interessen ab, und das ist ein Riesenproblem, denn “stark” und “mĂ€nnlich” sind keine Synonyme. Mit der “starken” Fantasy- oder historischen Heldin, die nĂ€hen hasst und lieber das Schwert schwingt, könnt ihr mich jagen, denn weiblich konnotierte Interessen als weniger wert oder sogar unnĂŒtz und lĂ€cherlich darzustellen ist hochgradig problematisch.

Eine weibliche Figur, die nicht kĂ€mpfen möchte, ist nicht gleich unfeministisch. Eine weibliche Figur, die weiblich konnotierte Interessen hat, ebenfalls nicht. Hier fallen mir als gute Beispiele immer zuerst Katniss Everdeen aus Suzanne Collins’ “Hunger Games” und Alina Starkov aus Leigh Bardugos “Grischa”-Trilogie ein. Beide Reihen behandeln dasselbe Thema: Junge Frauen, die in die Rolle der “starken” KĂ€mpferin gedrĂ€ngt werden, obwohl sie diese gar nicht wollen. Diesen Konflikt finde ich extrem spannend und in beiden Reihen genial dargestellt. Umso unschöner finde ich, dass beide Reihen genau dafĂŒr kritisiert wurden. Dass Katniss und Alina eigentlich gar nicht kĂ€mpfen wollen, dass sie ihre Ruhe wollen, dass sie zu Spielsteinen werden und sich aus dieser Rolle befreien mĂŒssen, wird beiden als “SchwĂ€che” ausgelegt und SchwĂ€che dĂŒrfen “starke” Frauen nicht zeigen. Aber das ist durch und durch problematisch.

Denn SchwĂ€che muss dazu gehören dĂŒrfen. Echte Menschen (auch (cis) MĂ€nner) sind nicht immer stark und authentische, komplexe Frauenfiguren mĂŒssen sich auch entscheiden dĂŒrfen. Liegt wahre StĂ€rke nicht darin, zu wissen was man will und sich dafĂŒr einzusetzen, es zu bekommen? In meinen Augen schon. Frauenfiguren, die blutrĂŒnstig mit dem Schwert in die Schlacht rennen, die große Heldinnen sein wollen, sind in meinen Augen genauso wenig sinnvoll, wie willenlose Frauenfiguren, die ihre mĂ€nnlichen Love Interests alles entscheiden lassen, wenn sie keine weiteren Charaktereigenschaften haben. Beide Figuren sind am Ende leere HĂŒllen, weil sie platt sind, weil sie keine Ecken und Kanten haben, weil sie wandelnde Tropes sind, keine authentischen Figuren. Und wir brauchen nicht noch mehr leere HĂŒllen, besonders, wenn sie am Ende auch noch gefĂ€llig in Geschlechterrollen passen.

Eine sehr interessante Figur, die ich erst kĂŒrzlich gelesen habe, ist zum Beispiel Jude Duarte aus Holly Blacks “Elfenkrone“. Jude ist “stark”: Sie kann kĂ€mpfen und mit dem Schwert umgehen. Aber Jude ist keine leere HĂŒlle. Jude mag trotzdem schöne Kleider und Partys, Judes StĂ€rke liegt vorrangig in ihrer Intelligenz und ihrer FĂ€higkeit andere zu manipulieren. Jude hat außerdem ihre schwachen Momente, verzweifelt, weint, nicht alles, was sie anrĂŒhrt gelingt. Vor allem, weiß Jude, was sie will und sie ist bereit Dinge zu tun, die sie selbst nicht gutheißt, um es zu bekommen. Dazu kommt, dass Jude sich nicht zwingend “mĂ€nnlich” geben muss, um ihren Wert zu beweisen. Jude ist die Art von Frauenfigur, die ich mehr sehen möchte. Sie ist komplex und genau durch ihre schwachen Momente authentisch. Sie ist vorrangig ein Mensch und kein Ideal, an dem sich Frauenfiguren zu messen haben, um ernstgenommen zu werden.

KOMPLEX STATT STARK: SCHREIBT FRAUEN, KEINE TROPES

Dazu kommt, dass wir aufhören mĂŒssen, unsere “starken” Frauenfiguren in Ideale zu pressen. Eine Frauenfigur muss nicht zwingend schön, cis, hetero und weiß sein, die meisten aber sind es. Ihr “Ausbruch” aus Geschlechterrollen darf nur innerhalb von gesellschaftlichen Normen stattfinden und da wird das Ganze dann auch ein bisschen skurril. Ein bisschen Ausbruch ist erlaubt, aber nur, wenn du trotzdem in alle gesellschaftlichen Ideale passt. Dabei ist Feminismus, in dem nur weiße, cis, hetero Frauen Platz haben, sehr wenig wert. Eure “feministischen”, “starken” Frauen sind nichts weiter als wenig originelle Abziehbilder, wenn sie alle weiß, cis und hetero sind und sich auch nur fĂŒr andere weiße, cis, hetero Frauen einsetzen. Wenn sie alle auch noch konventionell attraktiv sind, haben wir wirklich ein Problem, denn wenn ihr die Gruppe Frauen, die ihr zu reprĂ€sentieren bereit seid, so stark einschrĂ€nkt, wen reprĂ€sentiert ihr dann noch wirklich? FĂŒr wen schreibt ihr diese “starken” Frauen?

Am Ende ist es ganz einfach: Egal wie “stark” ihr sie gestaltet, perfekte Frauen, die ĂŒber ihre “StĂ€rke” hinaus kaum Charakter haben, bringen uns nicht weiter, besonders, wenn sie auch noch in Idealbilder und Geschlechterrollen gestopft sind, die ihr Ausbruch nicht ĂŒberschreiten darf. Wir mĂŒssen komplexe, authentische Frauenfiguren schreiben. Frauen, die Makel haben, schwache Momente, Agenda, Motivation, Frauen, die kompliziert sein dĂŒrfen. Schreibt eure Frauen doch einfach mal als authentische Menschen und geht nicht mit dem Anspruch an sie heran, dass sie in ein Trope der “starken” Frau passen mĂŒssen. Schreibt doch auch einfach mal Frauen außerhalb gesellschaftlicher Idealbilder von Schönheit und Geschlechterrollen. Queere Frauen, PoC Frauen, Frauen, die BeeintrĂ€chtigungen haben, dicke Frauen… Schreibt Frauenfiguren, in denen sich eure Leser.innen wiederfinden können, keine leeren HĂŒllen, deren “StĂ€rke” darin besteht, dass sie wissen, an welcher Seite man ein Schwert anfasst.

Und eins noch: Hört auf, cis mĂ€nnliche Autoren dafĂŒr zu feiern, wenn sie uns erklĂ€ren, wie man “starke” Frauenfiguren schreibt. Ob jemand wie G.R.R. Martin das gut macht oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Ich kann euch aber sagen, dass es sinnvoller ist, Frauen zu fragen, was fĂŒr Frauenfiguren sie sich wĂŒnschen, mit welchen Frauenfiguren sie sich am besten identifizieren können und was sie nicht mehr sehen können. Denn, jetzt kommt die grĂ¶ĂŸte Überraschung, Frauen sind Menschen. Sie können euch selbst sagen, was sie lesen möchten. Das mĂŒssen euch nicht cis MĂ€nner erklĂ€ren. Cool? Cool. Es ist eigentlich ganz einfach: Frauen mit eigener Agenda statt aufgezwungener “StĂ€rke”. Komplexe Frauenfiguren, statt “starke” Frauenfiguren. Frauenfiguren, die zuerst Menschen sind und nicht “starke Frauen”-Tropes, die niemanden wirklich reprĂ€sentieren. Schreibt Frauen. Verschiedenste Frauen, mit Motivation, Charakter und Agenda. Keine Tropes.


Beitragsbild: Nicole Honeywill, via Unsplash


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Comments (12)

  • Jenny

    14. Februar 2019 at 23:42

    Hi!
    Ein wirklich genialer und toller Beitrag und ich freu mich gerade, dass ich schon immer genauso gedacht habe, mir damals nur nicht bewusst war, dass es mit Feminismus zu tun hat.
    Als ich ToG gelesen habe, hab ich mich gefragt was alle mit Celeana wollen? Ich fand sie so unglaubwĂŒrdig. Sie konnte einfach alles und das perfekt. Sie war groß, schön, unbesiegbar im Nahkampf, Schwertkunst, Bogenschießen… dann liest sie natĂŒrlich, ist gebildet und spielt Klavier. Jo, also irgendwann reicht es auch. Das kann ich doch nicht ernst nehmen, so bin ich nicht und will ich nicht sein.
    Katniss und Alina sind fĂŒr mich viem greifbarer und NĂ€her. Vor allem Katniss. Gerade in Band 3, wie sie komplett von ihrer PTBS mitgerissen wurde hat mich so beeindruckt. Da hat Collins in meinen Augen grandiose Arbeit geleistet. Endlich ein Charakter der nicht “stĂ€rker” wird nach solchen KĂ€mpfen, sondern SchwĂ€che zulĂ€sst und mit normalen/verstĂ€ndlichen psychischen Problemen zu tun hat.

    Ich will Charaktere die weinen können und trotzdem stark sind. Frauen, die pummelig sind und trotzdem zufrieden oder gerade deshalb. Frauen die Mensch sein dĂŒrfen und keine Rolle erfĂŒllen.
    Mehr Katniss, mehr Alina.

    Liebste GrĂŒĂŸe,
    Jenny

    1. Katriona

      15. Februar 2019 at 11:29

      Hi! Mir ist das zuerst so stark aufgefallen, als ich von Fantasy zu Contemporary gewechselt bin, wo es mit den komplexen Frauen schon deutlich besser klappt. Da ist mir klar geworden, was mir immer gefehlt hat. Und Frauenfiguren, mit denen man sich wirklich identifizieren kann, sind ja auch eigentlich nicht zu viel verlangt, denke ich. 😀 Katniss’ Entwicklung finde ich einen richtig guten Punkt und je mehr ich darĂŒber nachdenke, umso trauriger finde ich, dass der letzte Band so dafĂŒr kritisiert wurde, welche Entscheidungen Katniss trifft. Ich fand es sehr nachvollziehbar und realistisch.

      Bei Alina gab’s ja auch ein bisschen Aufregung, weil [Achtung, leichte Spoiler] sie es ausschlĂ€gt, Königin zu werden und ihre Ruhe will. Sie wurde direkt als weniger stark betrachtet, weil sie nicht weiter Spielball und mĂ€chtig sein will und das finde ich schon etwas erschreckend, weil einige das Trope, dass Frauen sich aufopfern mĂŒssen, um stark zu sein, wohl sehr internalisiert haben. Ich möchte generell einfach mehr Frauenfiguren sehen (oder Figuren generell), auf die Krieg auch Auswirkungen hat und die auch einfach mal nur nach Hause wollen.

      LG,

      Kat

  • Elisa

    16. Februar 2019 at 13:12

    Hallöchen,

    wirklich toller Artikel, der gut meine Gedanken zu dem Thema wieder gegeben hat.
    Ich mochte zwar weder “The Hunger Games ” noch “Grisha” einschließlich der Protagonistinnen (wenn auch aus anderen GrĂŒnden, als die, die du in deinem Artikel), aber du erklĂ€rst gut, wie weibliche Charaktere geschrieben werden sollten. “Throne of Glass” mochte ich als es mit 16 anfing zu lesen, als dann aber die spĂ€teren BĂŒcher raus kamen gefiel mir die Reihe nicht mehr. Ich erkenne außerdem heute wie problematisch die ersten BĂ€nde waren. Celeana mochte ich allerdings schon, als ich das erste Buch mit 16 las, nicht. Sie ging mir damals schon richtig auf die Nerven und war als Charakter stark unglaubwĂŒrdig.

    Ein fantastischer Artikel ĂŒber das Problem mit “Strong Female Characters” erschien vor eigen Jahren im New Statesman und ist mein go to um zu erklĂ€ren, warum ich die Trope nicht mag. https://www.newstatesman.com/culture/2013/08/i-hate-strong-female-characters

    Um es mit den Worten der Autorin zu sagen: “Finally, when I think of what I want for female characters, I find myself thinking of what the performance poet Guante wants for himself, in this poem where he rejects the limitations of the insulting commandment “Man Up”. So if he’ll forgive me for borrowing and paraphrasing …

    I want her to be free to express herself

    I want her to have meaningful, emotional relationships with other women

    I want her to be weak sometimes

    I want her to be strong in a way that isn’t about physical dominance or power

    I want her to cry if she feels like crying

    I want her to ask for help

    I want her to be who she is

    Write a Strong Female Character?

    No.”

    LG
    Elisa

    1. Katriona

      21. Februar 2019 at 11:38

      Hi Elisa! Ich mochte den ersten Band von Throne of Glass damals auch, finde aber auch im Nachhinein vieles eher problematisch und habe die Reihe auch gar nicht weiter verfolgt. Den Artikel schaue ich mir direkt mal an, kann dem zitierten Teil aber auch total zustimmen!

  • Ariana

    16. Februar 2019 at 14:12

    Was fĂŒr ein genialer Artikel!
    Ich selbst Ă€rgere mich bei BĂŒchern immer wieder ĂŒber die klischeehaften Figuren – sei es nun die “schöne” und “unschuldige” oder aber die “furchtlose” aber natĂŒrlich auch wieder schöne Frau oder ihre mĂ€nnlichen Pendants. Nebst der Tatsache, dass diese ziemlich unrealistisch sind, machen sie auch die LektĂŒre oft ziemlich vorhersehbar. Sobald eine Person mit einem komplexeren Charakter auftaucht, wird es erst richtig spannend. Kannst Du denn BĂŒcher empfehlen, in welchen die Frauenrollen interessant besetzt waren (abgesehen von Elfenkrone)?
    Liebe GrĂŒsse
    Ariana

    1. Katriona

      21. Februar 2019 at 11:36

      Hi Ariana! Vielen Dank! Ja, so geht es mir auch. Bei Empfehlungen kommt es stark drauf an, was du gern liest. In der Fantasy finde ich es im Moment immer schwieriger, Frauenfiguren zu finden, die keine Tropes sind. Richtig positiv ist mir “Sadie” von Courtney Summers aufgefallen, aber das ist ein Thriller. Ich glaube, Jude aus “Elfenkrone” hat mich gerade so sehr beeindruckt, weil Figuren wie sie bei Fantasy leider eher selten sind… “Solange wir lĂŒgen” von E. Lockhart hat auch eine sehr komplexe Ich-ErzĂ€hlerin, ist aber auch eher Contemporary/Thriller. Da funktioniert das viel besser.

  • Nadine Klein

    21. Februar 2019 at 18:41

    Ein sehr schöner Beitrag! Als Teeangerin habe ich noch gerne von kĂ€mpferischen “starken” Frauenfiguren gelesen, die keine Hilfe benötigen und alle im Alleingang umbringen. Ich glaube nach den Biss-BĂŒchern wollte ich keine “schwache” Protagonistin haben, sondern eine schlagfertige Superheldin, die quasi ein Vorbild darstelle, so wie ich nie war, aber sein wollte. Mittlerweile weiß ich, dass StĂ€rke weiter gegriffen ist und nicht bedeutet ach so gut mit einem Schwert umzugehen. Daher mag ich Sydeny in der Bloodlines Reihe als Protagonistin sehr, da sie durch ihre Intelligenz und andere Werte sich auszeichnet und so fĂŒr ihre Freunde sich einsetzt. Ebenso wird Sansa oft als schwach bezeichnet, wobei sie eine komplexe Frauenfigur darstellt, die von einem naiven MĂ€dchen zu einer selbstbwussten Frau wird, zwar nicht ihre Ziele wie ihre Schwester Arya mit einem Schwert durchsetzt, dafĂŒr aber auf ihre Art andere Wege findet.
    Liebe GrĂŒĂŸe
    Nadine

    1. Katriona

      10. MĂ€rz 2019 at 11:40

      Hi Nadine! Ja, ich habe auch etwas gebraucht um zu erkennen, dass die “starke” Heldin eigentlich wieder nur ein Archetyp ist, der nicht wirklich mehr Mehrwert hat, als die typische Bella-Swan-Figur. Wobei Bella zumindest noch Eigeninitiative gezeigt hat, wĂ€hrend ihre Nachfolgerinnen dann nur noch gerettet wurden und nichts selbst auf die Reihe bekamen. :’) “Bloodlines” habe ich nie gelesen und mit GoT kann ich auch nicht so viel anfangen, aber freut mich, dass es da tolle Figuren gibt.

      lG, Kat

  • Yvonne

    28. Februar 2019 at 16:25

    Hallo Kat,
    mal wieder ein großartiger Beitrag! Mir gehen diese weiblichen Protas a la Throne of Glass mittlerweile nur noch auf die Nerven. Immer sind sie so cool, so gut im KĂ€mpfen (“stark”, nur halt in körperlicher Hinsicht) und dann kommen sie oft noch in ein Schloss und finden die Kleider da so doof und Pink und eww und dann ziehen sie sich heimlich Hosen an oder so, weil sie ja so cool sind. In realen YA BĂŒchern tragen sie dann Turnschuhe und verurteilen die Mean Girls, die High Heels tragen. Ich habe das GefĂŒhle, es gibt sehr viele diese extreme. Die verpeilte schĂŒchterne a la Bella Swan, das nerdy Turnschuh Girly und das badass kĂ€mpfer MĂ€dchen, dass aber natĂŒrlich trotzdem total hĂŒbsch und romantisch und sexy usw. ist.
    Ich will von Frauen lesen, die emotional sind, die Kleider tragen und trotzdem stark sind, weil “stark” nicht auf Schwert kĂ€mpfen beschrĂ€nkt ist. Ja, genau, der Jude Charakter klingt großartig! Genau so will ich auch lesen bzw. schreiben. Wie gut, dass ich mir Elfenkrone aus der Bibliothek ausgeliehen habe 🙂 Ich hoffe, ich mag es auch. Bin schon sehr gespannt!
    Liebe GrĂŒĂŸe,
    Yvonne

    1. Katriona

      10. MĂ€rz 2019 at 11:37

      Hi Yvonne! Du hast es sehr gut auf den Punkt gebracht: “Stark”, aber trotzdem in irgendwelche Ideale gepresst, anstatt als echte Menschen gezeigt. Das geht mir auch so auf die Nerven… Ich hoffe, dass dir “Elfenkrone” so gut gefallen wird, wie mir. Viel Spaß!

      lG, Kat

  • Linkliebe № 22 | Meergedanken

    4. MĂ€rz 2019 at 10:01

    […] Lasst mich mit euren „starken“ Frauen in Ruhe […]

  • Fremde Funken 02/2019 | Gedankenfunken

    13. MĂ€rz 2019 at 10:02

    […] einen Beitrag zu begrenzen. Dieses Mal möchte ich die Aufmerksamkeit gern auf den Beitrag „Lasst mich mit euren „starken Frauen“ in Ruhe“ lenken, da dies ein Thema ist, dass mir mittlerweile sehr oft sauer aufstĂ¶ĂŸt. Denn eine […]

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